Ist BFI-Vermittlungshilfe noch nötig?

08. Februar 2017

„Enorm, wie schnell die Zeit vergeht. Es kommt mir vor, als wenn es gestern gewesen wäre und jetzt sind seit dem Start des Projektes mit dem Titel „Vermittlungshilfe“ in Güssing mehr als 24 Jahre vergangen.

Wir haben uns damals gemeinsam mit dem Auftraggeber AMS die Frage gestellt, wie wir mit der Tatsache umgehen sollen, dass es in jedem Ort Menschen gibt, die schon länger arbeitslos sind und persönliche Vermittlungshemmnisse haben.

Wir könnten nichts tun, wegschauen und mit dem Finger drauf zeigen, oder es aktiv angehen, um diese Menschen durch Praktika, aufarbeiten ihrer Problematiken und individuellem Coaching, wieder ins Arbeitsleben einzugliedern.

Dass das Modell so erfolgreich wird und wir derzeit 10 derartige Projekte für Männer, Frauen und Jugendliche in fast jedem Bezirk des Landes laufen haben, hätten wir damals nicht gedacht“, meint BFI-Burgenland-Geschäftsführer Peter Maier.

Und wo liegt das Geheimnis des Erfolges?

Die BFI-Kurskoordinatoren bringen es auf den Punkt: „Das vorrangige Ziel der Maßnahme ist die Hilfestellung bei der Vorbereitung auf eine Rückkehr ins Berufsleben. Ein übergeordnetes Ziel ist das Erlangen eines ausbildungsadäquaten Arbeitsplatzes.

Diese Ziele werden durch die Unterstützung in der beruflichen Zielfindung und das Festigen eines geregelten Tagesablaufes und einem gezielten Arbeitsrhythmus genauso erreicht, wie durch das Trainieren und Vorbereiten von Bewerbungen, oder durch aktive Arbeitsplatzakquirierung und Knüpfung von Firmenkontakten.“

BFI-Produktmanager René Höfer ergänzt: „Ein weiterer Schwerpunkt ist die praktische Arbeit. Die Teilnehmer/innen befinden sich, je nach Vorbildung, Fähigkeit oder neuen Berufszielen, auf einem, gemeinsam mit uns ausgesuchten, Praktikumsplatz.

Die praktischen Tätigkeiten werden auch in öffentlichen und gemeinnützigen Bereichen durchgeführt. Sollte sich eine Arbeitserprobung in den einzelnen Betrieben als sinnvoll und zielführend erweisen, wird das mit der zuständigen AMS-Betreuung besprochen und begonnen (Betriebspraktikum).“

„Die Teilnehmer/innen arbeiten unter fachlicher Führung und Anleitung und können ohne Leistungsdruck neue Arbeitsbereiche kennenlernen und ausprobieren. Sie lernen ihre eigenen Fähigkeiten besser kennen und schätzen und werden durch die Anerkennung anderer motiviert.
Während dieses Arbeitstrainings wird der Arbeitsrhythmus durch Regelmäßigkeit, Pünktlichkeit und Disziplin gefestigt. Auf Teamfähigkeit, Verlässlichkeit und Sicherheit wird in diesem, von uns beauftragten, BFI-Projekt besonders großer Wert gelegt“, stellt der Leiter des AMS Stegersbach, Manfred Herist fest.

Immerhin waren in diesen 24 Jahren mehr als 3.800 Männer, Frauen und Jugendliche, als Teilnehmer/innen in dieser BFI-Vermittlungshilfe, von denen mehr als 50 % auf einen Arbeitsplatz integriert werden konnten.