Hospizkultur und Palliative Care

NARZISSE – Modellprogramm zur Hospizbetreuung entlang der Grenze (Programm zur grenzüberschreitenden Kooperation ÖSTERREICH – UNGARN 2007-2013)

  • Projektnummer: L00172
  • Projektdauer: 01.03.2013 – 31.12.2014
  • Projektpartner: BFI Burgenland, BFI Wien, Dachverband Hospiz Österreich, Mehrzweck-Gemeindeverband von Zalaegerszeg und Umgebung, Gemeinnützige Entwicklungs- und Beschäftigungs GmbH der Kleinregion Zalaegerszeg

 

Das Projekt „Narzisse“ ist die Fortführung und Ausweitung des EU-Projektes „Tamasz“ (Unterstützung) im Rahmen der grenzüberschreitenden Kooperation Österreich – Ungarn, wo schon Organisations- und Schulungskonzepte entwickelt und ein nachhaltiges Netzwerk aufgebaut wurde. Ziel ist die Integration von Hospizkultur und Palliativbetreuung in Alten- und Pflegeheimen beider Länder.

 

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Juni 2013 mit Gesundheits- und Soziallandesrat Dr. Peter Rezar stellten die Partner das Projekt vor. “Das ist der Start zu einer neuen Qualität der Kooperation in unserer Region, eine Kooperation im Sozialbereich, die erstmals grenzüberschreitend ist”, stellte Rezar fest.

 

 

 

Je drei Einrichtungen im Burgenland und in Wien sowie zwei Heime in Ungarn beteiligen sich an dem Projekt. Im Burgenland sind dies das Haus Nikolaus der Caritas in Neusiedl, das Seniorenzentrum Kittsee der Volkshilfe Burgenland und das Haus St. Vinzenz des Ordens der Barmherzigen Schwester in Pinkafeld.

In allen Häusern wurden zu Beginn feierliche, öffentliche Startveranstaltungen durchgeführt. Bei diesen Veranstaltungen wurde zunächst das Projekt unter Anwesenheit von haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, zahlreicher Angehöriger, externer PartnerInnen und weiterer geladener Gäste vorgestellt. Im Anschluss folgten Inputs von Fachreferenten sowie Diskussion und Austausch bei einem gemütlichen Ausklang.

Im Rahmen des Projektes werden Basisschulungen im Bereich palliativer Geriatrie angeboten, zusätzlich zu einem zweijährigen Prozess zur Organisationsentwicklung. In mehreren Stufen sollen möglichst viele Mitarbeiter – vom Heimleiter bis hin zum Koch – darin ausgebildet werden, wie am besten mit Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt umgegangen wird. Themenbereiche der Fortbildung sind : Grundbegriffe der Palliativen Geriatrie, Kommunikation, BewohnerInnenverlauf, An- und Zugehörigenarbeit, Demenz und Validation, Umgang mit herausforderndem Verhalten, Schmerz, Symptomkontrolle, Ernährung, Achtsamkeit in der Pflege, ethische Entscheidungen, letzte Lebenstage, Sterben – Tod und Trauer, Rituale, Selbstreflexion, Selbstfürsorge.

Die Integration von Hospizkultur und Palliative Care bewirkt eine maßgebliche Qualitätssteigerung. Die Organisationen verändern Abläufe und schaffen Strukturen, die den Betreuenden eine qualitätsvollere Betreuung ermöglichen. Hospiz und Palliative Care in Alten- und Pflegeheimen verbessert die Kommunikation im Heimalltag, schafft Bewusstsein, stärkt das Knowhow, gibt Sicherheit, fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Wertschätzung der Berufsgruppen untereinander. Interdisziplinäre Fallbesprechungen nehmen zu, ethisch schwierige Situationen werden bearbeitbar, unnötige Krankenhausüberweisungen nehmen ab. Schmerz wird als ganzheitliches Geschehen betrachtet und die Schmerzbeobachtung und die Kommunikation im Team darüber erhält einen neuen wichtigen Stellenwert. Für die Betreuenden in den Alten- und Pflegeheimen verbessert sich die Arbeitsqualität und es entsteht Entlastung. Die An- und Zugehörigen werden auf Wunsch vom ersten Tag an stärker einbezogen und intensiver begleitet, auch werden die Themen Tod und Sterben früher angesprochen. Das Vertrauen der An- und Zugehörigen in die und die Zufriedenheit mit der Betreuung verstärken sich. Für die BewohnerInnen erhöht sich die Lebensqualität durch verbesserte Schmerz- und Symptomkontrolle, einem verstärkten Aufnehmen ihrer Wünsche und Bedürfnisse und der Möglichkeit, auch über Abschied, Sterben und Tod sprechen zu können.

 

Tätigkeitsbericht_HPCPH_NARZISSE

 

Dieses Projekt wird im Rahmen des Programms zur grenzüberschreitenden Kooperation AT-HU 2007-2013 durchgeführt. Gefördert wird das Projekt zu 85% aus Mitteln des EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) unter Kofinanzierung durch das Land Burgenland und der Regierung der Republik Ungarn.


weitere Informationen des BFI-Wien in Englisch