Sichere Lehrplätze im BFI

10. Februar 2017

„Tatsache ist, dass unsere Wirtschaft Fachkräfte braucht. Tatsache ist auch, dass immer weniger Betriebe – auch aufgrund unserer (Kleinheits)Struktur im Burgenland – in der Lage sind, Lehrlinge auszubilden oder dies ganz einfach nicht wollen.

Das logische Ergebnis ist, die Qualifizierung von Fachkräften in professionell dafür eingerichteten Lehrwerkstätten, wie die des BFI“, stellt BFI-Landesgeschäftsführer Peter Maier anlässlich eines Besuches von Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos im BFI-Metallausbildungszentrum Großpetersdorf fest.

„Der Lehrstellenmarkt wird eben härter: Immer mehr junge Menschen finden keinen Lehrplatz in einem Betrieb. Die Zahl der offenen Lehrstellen geht seit Jahren zurück, aber die Anzahl der Lehrstellensuchenden, also der jungen Menschen, die eine Ausbildung machen wollen, bleibt annähernd gleich.

Deshalb hat das BFI Burgenland vor einigen Jahren, im Auftrag von AMS und dem Land Burgenland, unter finanzieller Mitwirkung des Europäischen Sozialfonds, fünf Lehrwerkstätten errichtet, wo in attraktiven und zukunftsorientierten Berufen ausgebildet wird. Wir haben nun überall drei oder vier Klassen und in Summe momentan 220 Lehrplätze zur Verfügung.

Damit sind wir der größte Lehrlingsausbildner des Landes mit sehr viel Erfahrung in diesem Bereich. Einerseits versuchen wir die jungen Leute in ein betriebliches Lehrverhältnis überzuführen, wenn das allerdings nicht gelingt, können sie die Lehre bei uns bis zur Lehrabschlussprüfung fertig machen.

Für viele Eltern ist das ein Geschenk. Sie wissen ihre Kinder in geordneten Ausbildungsverhältnissen in der Nähe des Wohnortes. Die Lehrlinge sind bei uns natürlich voll sozialversichert und erhalten einen finanziellen Beitrag zur Deckung des Lebensunterhaltes. Das ist zwar etwas weniger als die Lehrlingsentschädigung, dafür haben wir aber auch die Möglichkeit der kostenlosen Unterkunft und Verpflegung.

Für Lernschwächen, die etwa beim Berufsschulbesuch auftreten können, haben wir eigene Lern- und Sozialbetreuer, die eng mit den fachlichen Ausbildnern zusammenarbeiten.

Also: eine Rundumbetreuung, die nichts kostet. Was will man noch mehr“, so Maier.

LR Darabos zeigt sich begeistert: „Das Lernen ist nie vorbei. Wenn es keine Erwachsenenbildung in unserem Land gäbe, die es übrigens in den meisten Nachbarländern nicht gibt, hätten viele unserer Menschen nicht die Chance, eine Lehrwerkstätte zu besuchen, im zweiten Bildungsweg etwa die Matura nachzumachen oder auch als Erwachsene/r einen Lehrberuf zu erlernen, was das Berufsleben um einiges erleichtert und viele Burgenländer/innen vor dem Abwandern in Ballungszentren bewahrt.
Mit der nötigen Qualifizierung können sie nämlich in ihrer Heimat, dem Burgenland, bleiben und erhalten hier leichter einen Job mit angemessener Bezahlung.

Wir leben in einer Zeit, in der sich die Anforderungen für den/die Einzelnen in einem unwahrscheinlichen Tempo verändern. Die nötige Weiterbildung während der Berufsausübung, um den Job zu behalten oder um die Karriereleiter rascher emporklettern zu können, sind im heutigen Berufsleben unabdingbar.

Die Qualifizierung unserer Jugend ist für mich zentral! Wir haben hier ein vielschichtiges Angebot geschaffen, das jungen Menschen eine wirkliche Perspektive bieten kann. Wir werden alles daran setzen, dass die Chancen für unsere Jugend auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten aufrecht bleiben.“

BFI-MAZ-Leiter Ing. Christian Pelzmann führt durch das Haus und weist auf die unterschiedlichen Ausbildungen und die tolle Kooperation mit unseren Auftraggebern AMS und Land Burgenland hin: „In unserer Lehrwerkstätte für Metallberufe führen wir vier Klassen mit 60 Lehrlings-Ausbildungsplätzen. Hier bringen wir junge Leute zur Lehrabschlussprüfung.
Das Besondere hierbei ist, dass es sich um ein „triales“ Ausbildungssystem handelt, d.h. die Ausbildung erfolgt im BFI-MAZ, in der Berufsschule und in Partnerbetrieben. In diesen Partnerbetrieben haben die Lehrlinge die Möglichkeit sich zu bewähren und vom Betrieb in ein reguläres Arbeitsverhältnis übernommen zu werden.

In unserer Schweißerei werden jährlich rund 300 Schweiß-Zertifikatsprüfungen abgenommen, womit die Absolvent/innen, Jobs in ganz Europa und darüber hinaus kriegen können.

Die Vorbereitung auf die außerordentliche Lehrabschlussprüfung kommt Erwachsenen zugute, die sich erst später entscheiden, einen Beruf zu erlernen. Hier kommen Menschen, die mindestens 18 Jahre alt sind, zum Abschluss als Gebäude- und Installationstechniker/in.

Nicht zu vergessen die vielfältigen Höherqualifizierungen, wo mehrere hundert Menschen ihre berufliche Situation durch mehr Wissen und Können wesentlich verbessern.

Von hier aus koordinieren wir auch internationale BFI-Metallprojekte, wie etwa ein Schweißprojekt in Ägypten, wo wir, über Auftrag der EU einen gezielten Knowhow-Transfer machen und die Teilnehmer/innen dort zur EU-Normprüfung führen.“

Dazu der Leiter der Regionalen Geschäftsstelle des AMS Oberwart, Strobl Dietmar: „Ein metallverarbeitendes Unternehmen suchte kürzlich Facharbeiter/innen mit speziellen Schweißkenntnissen. Ein kurzes Telefonat mit dem BFI-MAZ Großpetersdorf und ein gemeinsames Gespräch mit dem besagten Unternehmer reichten aus – 2 Teilnehmer des Schweißkurses des BFI Großpetersdorf bekamen auf Anhieb den Job. Vom Kurs auf einen Arbeitsplatz – besser gehts nicht!“

Das BFI bildet wie folgt aus:

• Mattersburg: Ökoenergieanlagentechniker/in und Mechatroniker/in mit Schwerpunkt Automatisierungstechnik
• Großpetersdorf: Produktionstechniker/in und Metalltechniker/in
• Güssing: Tischler/in, Landschaftsgärtner/in
• Pinkafeld: Bau- und Baunebengewerbe sowie alle handwerklichen Berufe
• Jennersdorf: Überbetriebliche Lehrausbildung für alle Lehrberufe